10. Isiah Thomas
Es gab niemanden, mit dem er sich nicht angelegt hat. Mit seinen Bad Boys im Rücken sorgte Isiah Thomas immer wieder für Furore. Niemand war um 1989 stärker als die Pistons, nicht nur basketballerisch – sie spielten körperbetont und ohne Rücksicht auf Verluste. Das Ziel: den Gegner zu verunsichern. Sein Erzfeind ist niemand Geringerer als Michael Jordan. Grund dafür ist die Rivalität zwischen den Bulls und den Pistons, die mit der Ära der Bad Boys ihren Höhepunkt fand. „IT“ nennt Jordan eine Heulsuse, die sofort zum Ex-NBA-Boss David Stern geht, wenn ihm etwas nicht passt. Er soll neue Regeln gefordert haben, während alle anderen in der Liga hart blieben und weitermachten. Auf der Gegenseite schüttelt „MJ“ über ihn nur den Kopf und beschwert sich in der Netflix-Dokumentation „The Last Dance“ über die Aktion, als die Pistons nach einem verlorenen Spiel der Playoff-Serie gegen die Bulls die Halle verlassen, ohne sich respektvoll die Hand zu geben. Dafür wird natürlich der Leader des Teams verantwortlich gemacht: Isiah Thomas.

9. Rasheed Wallace
Rasheed Wallace gilt als einer der lautesten Spieler der Liga-Geschichte. Mit seinem Mundwerk machte er vor niemandem Halt. Das erklärt auch den Spitzenplatz in der Liste der Spieler mit den meisten Ejections. Dass es ihm egal war, ob er mit einem Gegenspieler, dem Schiedsrichter oder einem Kollegen sprach, zeigt die Fülle an technischen Fouls, die er im Laufe seiner Karriere sammelte. Ihm interessiert es nicht, was für Folgen seine Taten haben. Da kann ein Trainer schon mal verzweifeln. Zu der Grizzlies-Bank sagte er „you better get that little b*** off me“ und meinte damit Rudy Gay, beleidige ihn noch einmal und bellte anschließend die gegnerische Bank an. Wallace macht was er will und dringt damit nicht nur in die Köpfe der Gegner ein, sondern ist manchmal das Highlight ganzer Spiele.

8. Draymond Green
Nicht zuletzt war Draymond Green einer der Schlüsselspieler der Golden-State-Dynastie. Betrachtet man seine Statistiken, sind diese nicht besonders herausragend, aber sein Einfluss auf das Spiel umso mehr. Er ist jemand, der für die notwendige Energie sorgt, seine Mitspieler herumschickt und dadurch sein Team antreibt. Greens Spiel ist nicht immer fair. Oft fliegt er vom Platz, weil Körperteile im Gesicht des Gegners landen, aber auch verbal ist er sich für nichts zu schade: Zu Paul Pierce sagt er, er sei nicht Kobe und seine letzten Spiele in der Liga würden niemanden interessieren. Damit traf er den Nerv von Pierce, denn Bryant war sein Rivale und hatte zur Krönung auch noch Recht damit, dass sein Abgang weit weniger Aufsehen erregte als der der „Black Mamba“.

7. Kobe Bryant
Sein Name ist einer der größten. Wirft man einen Papierball in den Mülleimer, ruft der Basketballer laut „Kobeeee“. Der Erfolg, den er verkörpert, ist nicht vom Himmel gefallen – er ist einer der kompetitivsten Spieler der Liga-Geschichte. Das bedeutet auch, dass er jedes legale Mittel genutzt hat, um zu gewinnen. Natürlich auch Trashtalk. Und wenn jemand den „Superman“ der NBA „soft“ nennen darf, dann die „Black Mamba“. Dwight Howard bringt bei 2,08 Metern 120 Kilo auf die Waage und hat Schultern wie Kanonen, aber die Lakers-Legende schreckt nicht zurück. Was ihn als Trashtalker hervorhebt, ist seine Intelligenz beim Reden, sagte Gilbert Arenas einmal. Spieler, die einen Spruch von Kobe hörten, hinterfragten sich anschließend teilweise selbst. Seine Worte waren wie Waffen, erklärte der ehemalige Point Guard der Washington Wizards.

6. Charles Barkley
Barkleys Trashtalking greift soweit hinaus, dass er in seinem Größenwahn sogar die Golflegende Tiger Woods schlechthin als „f***king overrated guy“ bezeichnet. Das zeigt schon, dass der Big Man nicht nur auf dem Spielfeld aktiv ist, um sich daraus einen Vorteil zu verschaffen, sondern einfach gerne provoziert. Als Sportkommentator bei TNT darf er seiner Leidenschaft folgen und weiterhin über jeden Spieler herziehen. Als Barkley in die Liga kam, interessierte es ihn nicht, wer ihm gegenüber stand – selbst Michael Jordan, der die letzten beiden Meisterschaften geholt hatte, sagte er vor der Playoff-Serie gegen die Bulls, dass Gott wolle, dass sie die Serie gewinnen. Chicago schickte die Suns chancenlos in die Sommerpause. Eigentlich ein Paradebeispiel für misslungenen Trashtalk, aber das hielt ihn nicht davon ab, sich weiterhin mit jeglichen Spielern anzulegen.

5. Kevin Garnett
Denkt man an Garnetts Karriere, sieht man vor dem inneren Auge energische Züge, geballte Fäuste, die in die Luft gereckt werden, bis hin zu Kopf-an-Kopf-Situationen mit anderen Spielern. Wollte man ihn beschreiben, so würde sicher das Adjektiv „hitzig“ fallen. Man kann sich also vorstellen, dass er nie ein Blatt vor den Mund nahm. Während sich viele in der Liste beim Trashtalk eher auf das Unvermögen des Gegenübers eingehen, war „The Big Ticket“ oft auch beleidigend. Spieler versuchten, ihm wegen seines Rufes aus dem Weg zu gehen. Steven Adams beispielsweise gab vor, kein Englisch zu sprechen, um sich seine ständigen Sprüche nicht anhören zu müssen. Im Jahr 2010 brachte „KG“ sogar Wizards-Spieler Andray Blatche zum Weinen, weil er ihn nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch mental dominierte. Selbst Mitspieler waren vor ihm nicht sicher – als es einmal nicht lief, bellte er den Ex-Celtics-Center und Teamkollegen Glen Davies an.

4. Reggie Miller
In der Draftnacht, als Reggie Miller an 11. Stelle ausgewählt wird, dröhnen laute Buhrufe durch den Saal. Ihm ist das egal! Er hat es immer geliebt, wenn ihn Leute gehasst haben, sagt sein Ex-Teamkollege Austin Croshere. Der ehemalige Pacer ist ein starker Charakter mit einem Kämpferherz. Dieses zeigt sich, als er von Shaq geblockt und dabei auf dem Boden geworfen wird. Anstatt schmerzverzerrt liegen zu bleiben, steht Miller auf und schreit ihn an: „Harder! Hit me harder!“. Auch wenn er selbst schmächtig war, hatte er etwas, dass ihn hart machte, und zwar seine große Klappe. Einmal, nach einem getroffenen Dreier, schrie der Shooting Guard beim Zurücklaufen zu Alec Baldwin, der Courtside saß, „Yes, I am God“ – angelehnt an ein Zitat eines Filmes des Schauspielers.

3. Gary Payton
„Bringt mir jemanden, der mich verteidigen kann.“ Gary Payton kennt das Wort Gnade nicht. Um ein Beispiel zu nennen: Jamie Feick hat irgendwas zum Point Guard der Supersonics gesagt, woraufhin er antwortet: „Man you won’t even be in the league next year“. Damit hat er seine Gefühle verletzt, wurde ihm anschließend von einem Dritten gesteckt. Er nahm sich aber nicht nur Rollenspieler vor. Auch Personen wie Jason Kidd, John Stockton, Shaquille O’Neal oder Michael Jordan standen auf der Seite des verbal Angegriffenen. In seinem ersten Preseason-Spiel als junger Rookie nahm er sich niemand Geringeres als „MJ“ vor, was ein wahnwitziges Unterfangen darstellte. Nicht einmal ein gestandener NBA-Profi sollte die Bulls-Legende trashtalken und er tat es als blutjunger Kerl. Wie das endete, müssen wir nicht kommentieren. Es zeigt allerdings umso mehr, dass er der geborene Trashtalker ist.

2. Michael Jordan
Wenn es um den besten Basketballer in der NBA-Geschichte geht, dann fällt sein Name. Auch in diesem Ranking ist er oben von Partie. Viele der hier genannten Spieler haben versucht „MJ“ zu trashtalken, allerdings ging es meist übel aus. Anders gesagt, wer „His Airness“ dumm kommt, ist ganz schnell leise. Auf der anderen Seite war es schwer gegen den „GOAT“ anzukommen. Redet er schlecht über dich, kannst du wenig dagegen ausrichten. Diesen Stand nutzte er verbal besonders aus. Er hat sich so ziemlich alles erlaubt: Muggsy Bouges nennt er Zwerg, Reggie Miller schlägt er ins Gesicht, Nick Anderson sagt er seine nächsten Schritte voraus und kommt trotzdem vorbei – um nur ein paar Beispiele aufzuzählen. Niemand kann ihn verteidigen und das lässt er auch jeden wissen. „He can’t guard me“, sagte er, nachdem er mehrmals gegen Gerald Wilkins punktete. Trashtalking war nicht nur ein unabdingbarer, sondern auch höchst effektiver Part von Jordans Spiel.

1. Larry Bird
Kein anderer als Larry Bird – die Celtics-Legende schlechthin – kann diese Liste anführen. Er sagt seinem Gegenspieler Xavier McDaniel genau, wie er den Gamewinner werfen wird und was passiert dann? Er macht exakt das, was er vorher hat durchsickern lassen und der Verteidiger ist trotzdem chancenlos. Isiah Thomas erzählt über Bird, wenn er in die Halle kommt, fängt er schon an die Gegner zu verunsichern. Als er auf „IT“ und seine Bad Boys traf, fragte er nur verwundert, wer denn sein Verteidiger sein wird. Die Spieler, die vor ihm standen, seien alle weiß, stellte er fest. Ein anderes von vielen Beispielen zeichnete sich bei einem Christmas Game gegen die Pacers ab. Er trifft einen Dreier vor der Pacers-Bank, dreht sich zu ihnen und sagt „Merry f***ing Christmas“.

Autor: Kijanusch Holz | Stand der Daten: 27.7.2026 | Fotocredits: GettyImages

