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Release: Der neue New Balance Kawhi V 

Das Warten hat ein Ende. Zweieinhalb Jahre nach dem Kawhi IV bringt New Balance Kawhi Leonards fünften Signature-Schuh in den Handel. Das ist neu:

Kijanusch Holz

20. Oktober 2026

Das lange Warten hat ein Ende. Zweieinhalb Jahre nach dem Kawhi IV bringt New Balance Kawhi Leonards fünften Signature-Schuh in den Handel. Das ist neu. Am 21. Oktober erscheint der Kawhi V in den USA, der Preis liegt dort bei 160 Dollar. Zum Start gibt es zwei zurückhaltende Farbvarianten: Salbeigrün mit goldenem „N“ sowie Navy mit eisblauem Logo. Offizielle Angaben zu Termin und Preis für Europa liegen bislang nicht vor.

Während die breite Masse noch wenige Tage warten muss, hat der Schuh seinen Auftritt auf dem Court bereits gehabt. Leonard trug ihn erstmals beim All-Star-Wochenende im Februar und legte in zwölf Minuten 31 Punkte auf. Das war nicht von Anfang an klar: Im April war noch von einem Release im Sommer die Rede. Warum sich der Termin verschoben hat, hat New Balance nicht erklärt. Grund dafür könnten allerdings die NBA-Untersuchung zu Leonards Vergütung bei den Clippers gewesen sein. Nun, da der Trade vollzogen wurde, kommt der Schuh in den Handel, während sein Träger für Toronto aufläuft.

 

 

Was New Balance verspricht

 

New Balance baut den Kawhi V nach eigenen Angaben um Leonards ersten Schritt herum. Gemeint ist der kurze, explosive Antritt aus der Triple-Threat-Position, in der Sekundenschnelle gefragt ist.

 

Technisch ruht das auf drei Bausteinen:

Zwischensohle: FuelCell-Schaum in zwei Dichten, laut Hersteller auf reaktiven Rebound abgestimmt.

Platte: eine sogenannte YPlate im Vorfuß, die den Abdruck beim Antritt unterstützen soll.

Obermaterial: ein als hochwertig und weich beschriebenes Material, das Lockdown und Komfort zugleich liefern soll.

 

Produktmanager Kevin Trotman stellt vor allem das Containment und den Support heraus, also den Halt, den ein Spieler braucht, um mit Wucht zum Korb zu ziehen. Der eigentliche Systemwechsel steckt allerdings unter dem Fuß. Beim Kawhi 3 und IV saß die Carbonplatte Energy Arc im Mittelfuß und sorgte vor allem für Torsionssteifigkeit. Mit der Platte im Vorfuß verlagert New Balance den Fokus auf den Moment des Abdrucks. Optisch bricht der Schuh mit dem Retro-Look seines Vorgängers. Der Schaft fällt schmaler aus, synthetische und TPU-Elemente zitieren die technischen Laufschuhe der Marke aus früheren Jahrzehnten. Der Schnitt ist flach, die Ferse verstärkt. New Balance positioniert das Modell ausdrücklich auch für den Alltag abseits des Courts. Leonard tritt für die Kampagne erstmals als Creative Director auf, zum ersten Colorway erscheint eine kleine Apparel-Kollektion.

Der Schuh wird mit hellblauen Alternativ-Schnürsenkel geliefert.

Die Vorgänger: vom Bollwerk zum Allrounder

 

Die Kawhi-Linie hat sich vom schweren Stabilitätsschuh zum ausgewogenen Allrounder entwickelt. Ihre alten Schwächen hat sie dabei nie ganz abgelegt.

Kawhi (2020): Der Erstling war ein Bollwerk. Tester lobten vor allem den Support, gestützt von einer durchgehenden Platte – eine Premiere für die Marke. Dafür war der Schuh schwer, steif und brauchte eine lange Einlaufzeit, WearTesters nannte die Ferse schlicht unbequem. Das Urteil damals: ein Schuh für große, kraftvolle Spieler, die ihr Material strapazieren.

Kawhi 2 (2022): Mit dem dünnen Fitweave-Lite-Obermaterial verlor der Nachfolger viel Masse und Steifigkeit. Die FuelCell-Lage fiel flacher aus, was den Court Feel verbesserte, manchen Testern aber zu wenig Dämpfung bot. Stark blieben Traktion und Stabilität, die dicke Gummisohle machte ihn auch für Freiplätze tauglich. The Hoops Geek empfahl ihn vor allem Forwards und Centern.

Kawhi 3 (2023): Er kombinierte durchgehenden FuelCell-Schaum mit der Carbonplatte Energy Arc, Stabilität wurde zum Markenzeichen. Bei der Traktion gingen die Urteile auseinander: WearTesters lobte Grip und Haltbarkeit, The Hoops Geek monierte Probleme auf staubigen Böden. Kritik gab es zudem an Materialien, die billig wirkten, und an einem eher festen Schaum.

Kawhi IV (2024): Der bislang beste Kawhi, darin sind sich WearTesters und The Hoops Geek einig. Der Grund ist vor allem die FuelCell-Sohle in zwei Dichten, weicher und federnder als bei allen Vorgängern. Die Labormessungen von RunRepeat zeigen aber auch die Kehrseite: 407 Gramm, ein für Basketballschuhe hoher Drop von 9,1 Millimetern, eingeschränkter Court Feel und eine schmale Leiste. WearTesters fand den Schuh zudem leicht zu lang und sah für schwere Spieler mögliche Schwächen beim seitlichen Halt.

Unterm Strich zieht sich ein Muster durch alle vier Modelle. Stabilität und Torsionssteifigkeit waren stets die Stärken. Gewicht und Steifigkeit blieben die wiederkehrenden Kritikpunkte, beim IV kam ein eingeschränkter Court Feel hinzu.

 

 

Für wen der Kawhi V gemacht ist

 

Der Kawhi V ist ein Schuh für Spieler, deren Spiel aus kontrollierter Beschleunigung besteht. Das Profil ist das des Namensgebers: der kräftige Wing oder Combo-Forward, der Closeouts attackiert, mit der Schulter im Verteidiger downhill geht und aus der Mitteldistanz zum Pull-up hochsteigt. Defensiv muss dieser Spielertyp von der Eins bis zur Vier switchen können. Für ihn zählen Containment, Lockdown und eine stabile Plattform mehr als jedes eingesparte Gramm. Die Vorfußplatte zielt genau auf diese Spieler. Wer aus dem Stand per Jab-Step oder Rip-Through antritt, holt den Vortrieb über den Ballen. Ist der Schaum ähnlich abgestimmt wie beim IV, dürfte er auch schwereren Wings genug Aufprallschutz bieten, ohne schwammig zu werden. Weniger gemeint sind zwei Gruppen. Leichte Speed-Guards, die minimales Gewicht und maximalen Court Feel suchen, haben bei New Balance inzwischen ein eigenes Angebot: Tyrese Maxeys erster Signature-Schuh, der Maxey v1, der bereits in Europa im Handel ist. Schwere Bigs, denen es vor allem um Dämpfung geht, verweist RunRepeat eher auf den Fresh Foam BB aus dem Teamsortiment der Marke. Dazu kommt eine dritte Zielgruppe, die mit Basketball wenig zu tun haben muss. Die ruhigen Farben und die Laufschuh-Zitate machen den Kawhi V auch abseits des Courts tragbar, und genau so bewirbt New Balance ihn.

Ob der Schuh hält, was die Konstruktion verspricht, zeigen erst unabhängige Tests nach dem 21. Oktober.

Autor: Kijanusch Holz | Stand der Daten: 15. Oktober 2026 | Fotocredits: Getty Images

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